Hintergrund

Objekte in mehreren Projekten

Ein Projekt ist ein Vorhaben: der Bestand, eine Ausstellung, eine Leihanfrage, eine Kampagne. Es ist der Rahmen, in dem gearbeitet wird, und jede Ansicht, jeder Filter und jeder Export bezieht sich darauf.

Ein Objekt ist ein Datensatz: ein Gemälde, ein Möbelstück, ein Konvolut. Objekte gehören keinem Projekt. Sie sind mit Projekten verknüpft, mit beliebig vielen.

Warum das so gebaut ist

Die Alternative wären Kopien. Ein Gemälde, das im Bestand liegt, in einer Sonderausstellung gezeigt wurde und gerade als Leihgabe angefragt ist, wäre dreimal erfasst. Drei Zustandsberichte an drei Datensätzen. Eine Korrektur an den Maßen müsste an drei Stellen nachgezogen werden, und irgendwann geschieht das nicht mehr.

In Moliri ist es ein Objekt mit drei Verknüpfungen. Die Maße stehen einmal da, das Bild liegt einmal da, und es gibt einen Verlauf. Die Registrarin, die den Leihverkehr führt, und der Restaurator, der den Zustand erfasst, arbeiten am selben Datensatz.

Was geteilt wird und was nicht

Geteilt wird alles am Objekt: Feldwerte, Dateien, Anmerkungen an Feldern, der Verlauf und auch Ereignisse, sofern die Verknüpfung nicht auf ein Projekt beschränkt ist.

Projektbezogen ist die Sicht darauf:

WasVerhalten
Welche Layouts es gibtJe Projekt festgelegt, über die Zuordnung des Layouts
Welche Felder sichtbar sindAus Rechten, Projekt und Layout zusammengesetzt, kann je Projekt anders ausfallen
Wahl und PapierkorbJe Projekt. Ein Objekt kann in Projekt A aktiv und in B im Papierkorb sein
Fixieren und AusblendenJe Benutzer und Projekt
Filter, Sortierung, AnsichtsfelderJe Benutzer und Projekt
Verknüpfung mit einem EreignisGlobal, außer sie ist mit Nur in diesem Projekt beschränkt

Projektspezifische Werte

Manchmal gilt ein Wert nur in einem Projekt. Die Katalognummer eines Objekts ist die Nummer in dieser Ausstellung. Der Leihstatus gehört zur Leihanfrage, nicht zum Bestand.

Dafür kann ein Feld je Projekt einen eigenen Wert tragen. Der Wert ohne Projektbezug ist der gemeinsame Basiswert und erscheint in allen Projekten, die keinen eigenen haben. Ein Feld mit projektspezifischem Wert zeigt in der Ausstellung den einen und im Bestand den anderen Wert.

Über der Objektansicht steht dafür eine Bereichsleiste, sobald das Objekt in mehr als einem Projekt verknüpft ist. Dort wird gewählt, ob eine Eingabe den Basiswert oder den Wert dieses Projekts ändert. Die Tabelle, was wann wo landet, steht unter Projektspezifische Werte .

Auch die Konfiguration eines Feldes kann je Projekt abweichen, etwa eine kürzere Auswahlliste in der Ausstellung. Das ist ein eigener Mechanismus und Sache der Einrichtung, siehe Feldkonfiguration .

Was überrascht

Löschen nimmt aus dem Projekt, nicht aus der Datenbank. Objekt löschen im Objektmenü legt das Objekt in diesem Projekt in den Papierkorb (die Rückfrage lautet Objekt in den Papierkorb verschieben?). In anderen Projekten bleibt es, wie es war, und Objekt wiederherstellen holt es zurück. Wer ein Objekt aus einem Projekt ganz herausnehmen will, löst unter Verknüpfungen verwalten die Verknüpfung. Auch dann bleiben die Werte liegen und sind beim erneuten Verknüpfen wieder da. Die letzte Verknüpfung lässt sich nicht lösen: Ein Objekt muss mit mindestens einem Projekt verknüpft bleiben. Siehe Objekt löschen .

Eine Änderung wirkt überall. Wer die Maße korrigiert, korrigiert sie in allen Projekten, in denen das Objekt steht. So ist es gemeint, aber es überrascht, wenn man nicht damit rechnet. Wo geteilte Daten geändert werden, weist die Oberfläche darauf hin, bei einem geteilten Ereignis etwa mit Änderungen wirken auf alle n verknüpften Objekte.

Der Verlauf trägt das Projekt mit. Eine Änderung wird dem Projekt zugeschrieben, in dem sie vorgenommen wurde. Der Projektverlauf zeigt deshalb nicht nur Änderungen dieses Projekts, sondern auch Änderungen an Basiswerten seiner Objekte.

Objekte anlegen über Projektgrenzen

Weil Verknüpfungen frei sind, gibt es Anlage-Regeln. Ein Projekt kann festlegen, dass neue Objekte in einem anderen Projekt entstehen, typischerweise im Bestand, und hier nur verknüpft werden. Weitere Projekte lassen sich zusätzlich verknüpfen. Umgekehrt kann eine Ausstellung so eingerichtet werden, dass Leihgaben nur dort angelegt werden und nicht im eigenen Bestand erscheinen.

Beim Anlegen meldet Moliri, wohin das Objekt gegangen ist, etwa In »Bestand« angelegt und hier verknüpft. Ketten werden dabei nicht weiterverfolgt: legt das Zielprojekt selbst woanders an, gilt das für diesen Vorgang nicht. Weil eine solche Regel Objekte in ein fremdes Projekt schreibt, sieht das Zielprojekt sie unter Eingehende Regeln. Eingerichtet werden die Regeln im Reiter Objektanlage, siehe Projekt anlegen .

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