Einrichtung: Hintergrund

Das Konzept hinter den Standards

Ein Haus, das seine Daten weitergibt, gibt sie mehrfach weiter: als Minimaldatensatz an die Deutsche Digitale Bibliothek, als DDB-LIDO, als EODEM im Leihverkehr, als Dublin Core an ein Repositorium. Vier Formate, vier Feldlisten, vier Zuordnungen. Und bei jeder Änderung eines Formats fängt man von vorn an.

Moliri schiebt dazwischen eine Ebene.

Der Konzept-Hub

In der Mitte steht ein gepflegter Katalog von Konzepten: Objekttitel, Inventarnummer, Material, Maße, Ereignis, Mediendatei, verwahrende Einrichtung, insgesamt über 60. Ein Konzept ist keine Feldliste und kein Format, sondern eine Bedeutung.

Damit zerfällt die Arbeit in zwei getrennte Hälften. Das Haus ordnet Konzepte seinen Feldern zu, und zwar einmal: unser Feld Originaltitel ist der Objekttitel, unsere Felder für Höhe, Breite und Tiefe sind die Maße, unser Feld Inv.-Nr. ist die Inventarnummer. Die Abbildung der Konzepte auf die Standards liefert Moliri mit und pflegt sie. Jeder Knoten eines Standards zeigt auf ein Konzept.

Darauf beruht der Nutzen: Wer ein Konzept zuordnet, hat es in jedem Standard zugeordnet, dessen Knoten darauf zeigt. Ein weiteres Format kostet das Haus keine neue Zuordnung, solange es dieselben Konzepte verwendet.

Profile sind Auswahlen, keine Kopien

LIDO 1.1 ist das Basisschema. Was darüber liegt, sind Profile: eine Auswahl von Knoten und ihre Pflichtstufen.

ProfilVerhältnis zum Basisschema
Minimaldatensatz (MDS) 1.1Eine ausdrückliche Auswahl. Bleibt klein, auch wenn das Basisschema wächst
DDB-LIDOAlle Knoten des Basisschemas. Inschriften, besondere Kennzeichen, verwandte Werke und Rechte am Werk kommen hinzu
EODEMAuswahl für den Leihverkehr: Kernidentifikation, Maße, Material, Ereignis
Dublin CoreEigenes, kleines Schema, kein LIDO-Profil

Diese Trennung erspart Wartung. Ein neuer LIDO-Knoten erweitert DDB-LIDO und lässt den Minimaldatensatz in Ruhe. Ohne die Unterscheidung würde jede Erweiterung des Schemas den Minimaldatensatz aufblähen.

Facetten

Manche Konzepte bestehen aus einem Wert, etwa die Inventarnummer. Andere sind strukturiert und haben Facetten. Der Objekttitel hat den Titel selbst und seine Sprache. Die Maße haben Bezug, Art, Wert und Einheit. Das Ereignis hat siebzehn Facetten, von Typ, Person und Rolle über Datierung und Ort bis zu Kulturkreis, Epoche, Methode, Material und Notizen.

Facetten sind der Grund, warum eine Zuordnung nicht einfach „Feld gleich Knoten“ heißt. Ein Titel mit Sprachangabe braucht zwei Herkünfte, ein Maß braucht vier.

Hat die Wiederholung einen Zusatz, dieser Titel ist auf Englisch, dieses Maß wurde am Rahmen gemessen, kann ein einzelnes JSON-Feld die ganze Struktur tragen. Das Label der Zeile übernimmt dann die Rolle des Zusatzes.

Einzelfelder oder ein JSON-Feld

Wo ein Konzept noch kein Feld hat, bietet Moliri an, eines anzulegen, und zwar in zwei Formen.

Einzelfelder bedeuten je Wert ein eigenes Feld. Sie sind such-, sortier- und gruppierbar.

Ein JSON-Feld trägt Zeilen oder Bereiche in einem Feld. Es ist über die Suche nicht erreichbar, für den Export aber gleichwertig.

Die Entscheidung ist einfach: Wird nach dem Wert gesucht, sortiert oder gruppiert, dann Einzelfelder. Sonst das JSON-Feld, besonders wenn die Wiederholung einen Zusatz hat. Wer LIDO-Dateien auch einlesen will, braucht Einzelfelder. Der Import schreibt nur in Konzepte, die an genau ein Feld gebunden sind.

Was das Verfahren nicht leistet

Ein Export ist nur so vollständig wie die Zuordnung. Ein nicht zugeordnetes Konzept fehlt im Ergebnis, denn Moliri erfindet nichts. Deshalb zeigt die Verwaltung dauerhaft, wie viele Konzepte zugeordnet sind und welche Pflichtstufe ein Knoten im gewählten Profil hat. Vor dem Export prüft Moliri die Objekte gegen die Pflichtangaben und die fertige Datei gegen das Schema.

Dazu kommt eine Verantwortung, die leicht untergeht. Standard-Ausgaben sind eine Schnittstelle, und die Gegenstelle verlässt sich auf ihre Form. Eine Zuordnung zu ändern heißt, eine Schnittstelle zu ändern, nicht bloß eine Anzeige.

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