Normdaten nebenbei
Wie sich Sammlungsdaten strukturieren lassen, ohne den Ausstellungsbetrieb aufzuhalten. Unter diesem Titel stellt sich Moliri, die Ausstellungsdatenbank, beim Herbsttreffen der Fachgruppe Dokumentation im Deutschen Museumsbund vor.
Recherche wird zur Entscheidung je Begriff statt je Zelle.
Leihgeber-Listen in vielen Schreibweisen
Ausstellungsdaten entstehen unter Zeitdruck. Leihvertrag, Transport, Versicherung, Zoll und Ankunft müssen klappen, und an keiner Stelle dieser Kette ist das Normdatum die Frage.
Leihgeber schicken Excel-Listen. Darin steht derselbe Künstler als „Kirchner, E. L.“, als „Ernst Ludwig Kirchner“ und als „E.L. Kirchner“, das Material einmal als „Öl auf Leinwand“ und einmal als „Öl/Lwd.“. Als LIDO kommt nichts davon an.
Wer diese Listen Zelle für Zelle nachrecherchiert, hält den Aufbau auf. Wer sie ungeprüft übernimmt, hat später fünf Schreibweisen im Bestand. Mit Moliri entsteht die Struktur schon beim Import und nicht in einem zweiten Durchgang.
Der Pitch
- TitelNormdaten nebenbei: Wie sich Sammlungsdaten strukturieren lassen, ohne den Ausstellungsbetrieb aufzuhalten
- VeranstaltungBerliner Herbsttreffen zur Museumsdokumentation, Fachgruppe Dokumentation im Deutschen Museumsbund
- Termin05. bis 07.10.2026
- TagungsthemaDokumentation als wesentlicher Treiber für nachhaltiges Wissensmanagement
Die Liste übernehmen, Unklares parken
Moliri übernimmt die Excel-Liste des Leihgebers und ordnet die Spalten anhand ihrer Überschriften den Feldern zu. Bilder aus der Datei werden zu Titelbildern der Objekte. Steht die GND-Nummer in einer Nachbarspalte, zieht eine Spaltenfunktion sie vor.
In ein Normdatenfeld schreibt Moliri nichts Unklares. Werte, die sich nicht eindeutig zuordnen lassen, werden geparkt und tragen die Marke „zu klären“. Die Objekte sind trotzdem angelegt, und die Arbeit an der Ausstellung geht weiter.
Entschieden wird je Begriff, nicht je Zelle
Unter „Zuordnungen auflösen“ sammelt Moliri die geparkten Werte, nach Häufigkeit sortiert, mit den betroffenen Objekten daneben. Die Registrarin entscheidet dort einmal je Begriff. Die Treffer kommen aus GND, Wikidata, Getty, Iconclass und weiteren Quellen. Beschreiben mehrere Quellen dieselbe Person, erscheinen sie als ein Kandidat, zusammengeführt nur über Kennungen und nie über gleichlautende Namen.
Moliri schlägt vor, ein Mensch bestätigt. Der Registrar behält die Entscheidung, auch bei Namensvettern.
Was einmal geklärt ist, liegt danach mit seiner Kennung in der Bibliothek. Trägt eine Zelle in einer späteren Lieferung dieselbe Kennung, ordnet Moliri sie diesem Eintrag zu. Kommt derselbe Name in derselben Schreibweise wieder, steht der geklärte Begriff als Vorschlag bereit.

Speichern, abgeben, nachvollziehen
Gespeichert wird immer. Fehlt eine Pflichtangabe oder verletzt ein Wert eine Regel des Hauses, speichert Moliri ihn trotzdem und markiert die Lücke. So lässt sich auch kurz vor der Eröffnung erfassen.
Jedes Feld wird einmal einem Konzept wie „Material“ zugeordnet und liefert dann für alle Standards, die es verwenden. Vor dem Export zeigt ein Prüfbericht, welche Pflichtangaben am Minimaldatensatz fehlen und bei welchen Objekten. Die Prüfung gegen das Schema läuft im Browser, die Daten verlassen dafür das Haus nicht.
Zu jeder Änderung speichert Moliri Person, Zeitpunkt und Projekt. Die Änderungen eines ganzen Imports lassen sich in einem Schritt zurücknehmen.
Import, Quellen, Standards
- ImportExcel-Dateien (.xls, .xlsx) mit Spaltenzuordnung, Vorschau und Bildern
- QuellenGND, Wikidata, Getty, Iconclass und weitere
- StandardsLIDO 1.1, DDB-LIDO, Minimaldatensatz, EODEM, Dublin Core
- VerlaufJede Änderung mit Person und Zeitpunkt, einzeln oder für einen ganzen Import zurückzunehmen
Folien zum Pitch
Die Folien laufen direkt im Browser. Mit den Pfeiltasten blättern Sie weiter, die erste Folie erklärt alle Tasten.
Die Tasten wirken, sobald Sie einmal in die Folien geklickt haben. Auf Telefon und Tablet blättern Sie durch Wischen. Im eigenen Fenster haben die Folien mehr Platz.
Moliri an einer eigenen Leihgeber-Liste sehen
Bringen Sie eine Excel-Liste mit, gern anonymisiert. In der Demo zeigen wir an ihr den Weg vom Import bis zur Entscheidung je Begriff.