Hintergrund
Ereignisse als geteilte Daten
Die Objektgeschichte passt schlecht in Felder. Eine Herstellung ist ein Ereignis mit Akteur, Rolle, Datierung, Ort und Methode. Eine Ausstellung betrifft hundert Objekte gleichzeitig und gehört einmal beschrieben, nicht hundertmal. Eine Erwerbung hat einen Vorbesitzer, ein Datum und eine Art.
Wer das in Felder legt, bekommt Probleme. Die Anzahl ist unbekannt, denn niemand weiß vorher, wie viele Ausstellungen ein Objekt haben wird. Die Struktur wiederholt sich, immer wieder Akteur, Rolle und Datum. Und derselbe Sachverhalt wird an hundert Objekten hundertmal getippt.
Der Ereignis-Pool
Deshalb sind Ereignisse keine Feldwerte, sondern eigene Einträge, die mit Objekten verknüpft werden. Ein Ereignis hat Titel, Art, Akteure mit Rollen, Zeitraum, Ort und Beschreibung, dazu beliebig viele verknüpfte Objekte.
Das ist dieselbe Bauform wie bei Adressen, Normdaten und Orten: eine Bibliothek, aus der verknüpft wird. Und wie dort wirkt eine Änderung am Eintrag auf alle Verknüpfungen. Beim Bearbeiten eines geteilten Ereignisses sagt die Oberfläche das ausdrücklich: Geteiltes Ereignis, mit dem Hinweis Änderungen wirken auf alle n verknüpften Objekte.
Geteilt oder objekt-privat
Nicht jedes Ereignis ist geteilt. Die Ereignis-Art entscheidet darüber.
Geteilte Ereignisse werden gesucht und ausgewählt, etwa eine Ausstellung Wasserwege (erfundenes Beispiel). So funktionieren Ausstellungen, Leihvorgänge und Kampagnen.
Objekt-private Ereignisse gehören zu genau einem Objekt und werden dort angelegt, etwa eine Herstellung oder eine Zustandsprüfung vom 3. März. Sie tauchen in keinem Auswahlmenü auf.
Welche Arten es gibt, welche davon geteilt sind, wie viele pro Objekt zulässig sind und welche Eingabefelder eine Art zeigt, legt die Verwaltung fest. Arten haben eigene Zugriffe. Die Restaurierung kann also Zustandsprüfungen schreiben, ohne den Leihverkehr anfassen zu können.
Die Verknüpfung trägt eigene Angaben
Am Objekt hängt nicht nur, dass es zum Ereignis gehört, sondern auch Angaben, die nur für dieses Objekt in diesem Ereignis gelten: Rolle oder Katalognummer, Quelle, Notiz, die Markierung „unsicher“ und die Reihenfolge. Dieselbe Ausstellung kann an Objekt A die Katalognummer 12 und an Objekt B die 13 tragen.
Eine Verknüpfung kann außerdem projektbezogen sein. Global ist die Vorgabe (Global ist Standard: Die Verknüpfung ist in allen Projekten sichtbar.), mit Nur in diesem Projekt lässt sie sich auf ein Projekt beschränken.
Warum das für Standards wichtig ist
LIDO beschreibt die Objektgeschichte in event-Knoten, also genau in der Struktur, die der Ereignis-Pool
schon hat. Deshalb sind Ereignisse eine eigene Quelle in der Standard-Bindung. Man bindet keine Felder,
sondern gibt an, die nativen Ereignisse zu verwenden, bei Bedarf gefiltert auf bestimmte Arten. Ohne
Bindung werden alle ausgegeben.
Das trägt weiter, als es zunächst aussieht. Die Leihdaten von EODEM (Versicherungswert, Handhabungshinweise, Klimavorgaben, Gefahrstoffe) sind in LIDO getypte Maß- und Notizeinträge am Ereignis. Es braucht dafür keine standard-spezifischen Felder, nur Einträge mit den passenden Typen.
Was daraus für die Arbeit folgt
Ausstellungen einmal anlegen und vielfach verknüpfen. Der Weg dafür heißt Aus Projekt übernehmen: Projekt wählen, Titel angeben (sonst gilt der Projektname), Erzeugen & verknüpfen. Moliri legt ein geteiltes Ereignis an und verknüpft alle Objekte des Projekts. Noch einmal ausgeführt, verknüpft der Vorgang nur die Neuzugänge.
Vor dem Bearbeiten den Warnhinweis lesen. Wer den Titel eines geteilten Ereignisses korrigiert, korrigiert ihn an allen Objekten. Was nur an diesem einen Objekt anders sein soll, gehört in die Verknüpfungsangaben und nicht in das Ereignis.
Der Verlauf kennt Ereignisse. Verknüpfen, Ändern und Entfernen einer Verknüpfung, das Umsortieren sowie Anlegen und Löschen erscheinen im Bearbeitungsverlauf.
Weiterlesen
- Ereignisse : Arten, Slots, Zugriffe, Verknüpfungsangaben
- Ereignisse verwalten : der Vorgang
- Das Konzept hinter den Standards : wie Ereignisse in LIDO landen